Lyrik

Erkennen

Blick in den Spiegel
wie er mich an mich heftet
im Ping Pong Spiel

Entscheidung

Hand in meiner Hand.
Wogen wie Ebbe und Flut.
Nehmen und Geben
oder Loslassen.

Lebensbilder (Ingeborg Chr. Berger 2004))

Anmaßung und Demut

Das Schicksal wollen wir verwalten....
Soll und Haben.....
unser Los.
Ausgeklammert....
das Gesetz der Alten.
Reiten stolz am hohen Ross.......

Ändern wollen wir den Lauf der Dinge....
... haben nichts als leere Hände.
Ich will.........
Ich muss..........
Und was wird werden..........
...........tragen versteckt die Büßerhemden.

Schau´n auf das Gesetz herab.
Anmaßung....will es zur Ordnung wenden......
Geheimnisse liegen still im Grab.
Kinderliebe lässt sich blenden.

Die Jungen tragen für die Alten...
alles was im Dunkeln liegt.
Mädchen sterben für die Mütter.....
Söhne ziehen in den Krieg.....

Tiefe Liebe lässt uns ahnen.....
Sippenmord und Kinderraub.
Tragen noch die alten Fahnen.
Atmen still den kalten Rauch.

Allmachtsgedanken bis zum Wahn.....
Im Herzen sind wir allzu schwach.
Blindheit legt die Liebe lahm.
Eitelkeit erhält uns wach.

*

Ich blick zurück zu meinen Ahnen....
Bedanke mich für Freud und Leid.
Gebor´n bin ich....durch euren Samen.
Würdevoll trag ich das Kleid.

Schicksale.....von euch durchlitten.
Leuchtend schmücken sie das Haupt.
Liebe erstrahlt in stiller Mitte.
Der Weg ist frei.
Euer Segen....neue Welten baut.

Durch mich geht Leben weiter......
gestärkt durch eure Kraft.
Ich danke euch....
für Blut und Leiter.....
Beuge mich der Himmelsmacht.

Können das Schicksal wir verwalten.....?
.........der Väter Weg.....in Lieb und Leid gebaut..........!?
Tief in uns der einzig Retter.
Rosenduft der Gnadenbraut.


Alchemie des Herzens (Ingeborg Chr. Berger/2005)

Illusion

Das Schwert liegt fest in meiner Hand.
Engel steh´n an jeder Seite.
Macht des Augenblicks - erkannt.
Der Geist in dunkle Schatten gleite.......

Klare Spiegel an den Wänden.
Grenzenlos wirkt Traum und Sein.....
Verwirrung lockt in meinem Herzen......
Was ist wahr......?
und
Was ist Schein.......?

Der erste Spiegel.......
zeigt mir mein Gesicht.
Fratzen - und ein höhnisch Lachen....
In den Augen finde ich das einzig Licht.
Totes Fleisch fällt von den Knochen.

Im zweiten Spiegel.......
tobt ein Krieg.
Zielloses Treiben der Gedanken.....
Ein Ruf erschallt - des Schwertes Hieb......
Der stille Ton verkündet meinen Sieg.

Im dritten Spiegel......
Bedrängnis - ein verletztes Herz.....
Flammenmeer und Kinderblut....
Aus den Füssen.......
fließt der ganze Schmerz....Das Schwert - durchtrennt die Wut.

Im vierten Spiegel.........
beginnt die Reise....
zu längst vergang´nen Taten.....
In zwei gold´nen Schalen schließen sich die Kreise.
Mein Schwert - das Zünglein an der Waage.

Im fünften Spiegel .......
dunkle Nacht......
Wollust und Dämonenküsse........
Ungeheuer aus der Tiefe.....
Ich entreiß´ mich ihrer Macht.

Der sechste Spiegel.....
zieht mich hinab....
in mein tiefstes Sehnen.....
Angekommen bin ich - still im Grab.
Bereit....
die Wahrheit zu erkennen.

Den siebten Spiegel - trifft mein Schwert.
In ihm erkenne ich die Falle.
Die Richtung hat sich nun verkehrt.
Zerschlag ich ihn - zerbersten alle.......

So steh ich da....
Ich und mein Schwert.
Den Schein erkannt - den Raum verkehrt.
Das Licht in meinem Herzen brennt.
Mein Geist ist frei......
Verloren ist das Totenhemd.


Alchemie des Herzens ( Ingeborg Chr. Berger/2005)

Komm doch

Sturmvogelgleiten
Regen im Nachtlicht
Liebesgezeiten
Rote Tinte auf vergilbtem Papier

Heimkommen
Ankommen
Reinkommen
Wiederkommen

Komm doch
Komm doch

Gleitvogel im Sturm



Erwachen (Ingeborg Chr Berger/ 2005)